Es war einmal ein kleines Kind, dem gab seine Mutter jeden Nachmittag ein Schüsselchen mit Milch ...

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Märchen von der Unke

Illustration von Paula Ebner (1946)
I

Es war einmal ein kleines Kind, dem gab seine Mutter jeden Nachmittag ein Schüsselchen深皿(Schüs·sel) mit Milch und Weckbrocken白パンのかけら(Bro·cken), und das Kind setzte sich damit hinaus in den Hof中庭. Wenn...するとき es aber anfing zu essen, so kam die Hausunke家ヒキガエル(Un·ke) aus einer Mauerritze壁の隙間(Rit·ze) hervorgekrochenはう(krie·chen), senkteを下ろす(sen·ken) ihr Köpfchen in die Milch und (es·sen) mit. Das Kind hatte seine Freude daran, und wenn es mit seinem Schüsselchen dasaß und die Unke kam nicht gleich herbei, so rief es ihr zu 'Unke, Unke, komm geschwind早く, komm herbei, du kleines Ding, sollst dein Bröckchen haben, an der Milch dich labenで元気なる.'

Da kam die Unke gelaufen(lau·fen) und ließ es sichさせてやる(las·sen) gut schmecken. Sie zeigte sichを示す auch dankbar感謝の意, denn sie brachte(brin·gen) dem Kind aus ihrem heimlichen Schatz秘密の宝物から allerlei schöne Dinge, glänzende Steine光り輝く石, Perlen und goldene Spielsachen金の玩具. Die Unke trank aber nur Milch und ließ die Brocken liegen.

Illustration von Paula Ebner (1946)
Da nahm das Kind einmal sein Löffelchenスプーン, schlug ihr damit sanftそっと auf den Kopf und sagte 'Dingそれも, iß auch Brocken.' Die Mutter, die in der Küche stand, hörte, daß das Kind mit jemand sprach, und als sie sah, daß es mit seinem Löffelchen nach einer Unke schlug, so lief(lau·fen) sie mit einem Scheit Holz heraus und tötete(tö·ten) das gute Tier.

Von der Zeit anその時から gingが起こる(vor|ge·hen) eine Veränderung変化 mit dem Kinde vor. Es war, solange die Unke mit ihm gegessen hatteヒキガエルと一緒に食べていた, groß und stark geworden, jetzt aber verlor(ver·lie·ren) es seine schönen roten Backenほっぺた und magerte abやせる(ab|ma·gern). Nicht lange, so fing(an|fan·gen) in der Nacht der Totenvogel an zu schreien泣き叫ぶ, und das Rotkehlchenコマドリ sammelte Zweiglein小枝(Zweig) und Blätter葉(Blatt) zu einem Totenkranz葬式の花輪, und bald hernachその後すぐに lag das Kind auf der Bahre棺台.

II

Ein Waisenkind saß an der Stadtmauer und spann, da sah es eine Unke aus der Öffnung透き間 unten an der Mauer壁の下 hervorkommen. Geschwind breitete(aus|brei·ten) es sein blauseidenes青い絹(sei·den) Halstuchスカーフ neben sich aus, das die Unken gewaltig liebenとても好む und auf dasその上を sie allein gehen. Alsobaldそれゆえすぐに die Unke das erblickte, kehrte sie um引き返す(um|keh·ren), kam wieder und brachte ein kleines goldenes Krönchen金の冠(Kro·ne) getragen(tra·gen), legte es daraufスカーフの上 und ging dann wieder fort. Das Mädchen nahm die Krone auf(auf|neh·men), sie glitzerteきらきら光る(glit·zern) und war von zartem柔らかい(zart) Goldgespinst金の糸(Ge·spinst). Nicht lange, so kam die Unke zum zweitenmal wieder: wie sie aber die Krone nicht mehr sah, kroch(krie·chen) sie an die Wand und schlug(schla·gen) vor Leid悲しみから ihr Köpfchen so lange dawider長く繰り返す, als sie nur noch Kräfte hatte力尽きるまで, bis sie endlich tot dalag. Hätte das Mädchen die Krone liegen lassen, die Unke hätte wohl noch mehr von ihren Schätzen aus der Höhle herbeigetragen(bei|tra·gen).

III

Unke ruft 'huhu, huhu,' Kind spricht 'komm herut.' Die Unke kommt hervor, da fragt das Kind nach seinem Schwesterchen 'hast du Rotstrümpfchen nicht gesehen?' Unke sagt 'ne, ik og nit: wie du denn? huhu, huhu, huhu.'