In einer Mühle lebte ein alter Müller. der hatte weder Frau noch Kinder, und drei Müllerburschen dienten bei ihm. ...

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Der arme Müllerbursch und das Kätzchen

Illustration von Hedwig Holtz-Sommer, 1959
In einer Mühle lebte ein alter Müller. der hatte weder Frau noch Kinder.も...もない, und drei Müllerburschen(Bur·sche) dienten使われている(die·nen) bei ihm. Wie sie nun etliche Jahre数年 bei ihm gewesen waren, sagte er eines Tages zu ihnen: "Ich bin alt und will mich hinter den Ofen setzen引退したい(暖炉そばにいたい); zieht aus出発する(aus|zie·hen), und wer mir das beste Pferd nach Haus bringt, dem will ich die Mühle geben, und er soll mich dafür bis an meinen Tod verpflegen世話をする." Der dritte von den Burschen war aber der Kleinknecht召使, der ward von den andern für albern gehalten愚かと思う, dem gönnten与える(gön·nen) sie die Mühle nicht; und er wollte sie hernachそのあと nicht einmal.

Da zogen alle drei miteinander aus, und wie sie vor das Dorf kamen, sagten die zwei zu dem albernen Hans: "Du kannst nun hier bleiben, du kriegst dein Lebtag生涯 keinen Gaul駄馬." Hans aber ging doch mit, und als Nacht war, kamen sie an eine Höhle, da hinein legten sie sich schlafen. Die zwei Klugen warteten, bis Hans eingeschlafen(ein|schla·fen) war, dann stiegen sie auf(auf|stei·gen), machten sich fort(fort|ma·chen) und ließen Hänschen liegen und meinten's recht fein gemacht zu haben; ja, es wird euch doch nicht gut gehen!

Wie nun die Sonne kam und Hans aufwachte(auf|wa·chen) Gag er in einer tiefen Höhle; er guckte sich überall um und rief: "Ach Gott wo bin ich!" Da erhob er sich立ち上がる(er·he·ben) und krabbelteはって進む(krab·belb) die Höhle hinauf, ging in den Wald und dachte: Ich bin hier ganz allein und verlassen, wie soll ich nun zu einem Pferd kommen! Indem...していると er so in Gedanken dahinging過ぎ去る(da·hin|ge·hen), begegnete ihm ein kleines, buntesぶちの Kätzchen, das sprach ganz freundlich:

Illustration von Hermann Vogel, 1894
"Hans, wo willst du hin?" - "Ach, du kannst mir doch nicht helfen." - "Was dein Begehren願望 ist weiß ich wohl," sprach das Kätzchen, "du willst einen hübschen Gaul駄馬 haben. Komm mit mir und sei sieben Jahre lang mein treuer Knecht忠実な召使い, so will ich dir einen geben, schöner, als du dein Lebtag einen gesehen hast今まで見てきた" Nun, das ist eine wunderliche風変わりな Katze, dachte Hans, aber sehen will ich dochだけど見てみたい, ob das wahr ist, was sie sagt. Da nahm sie ihn mit in ihr verwünschtes魔法をかけられた Schlößchen und hatte da lauter...だけ Kätzchen, die ihr dienten: Die sprangen(sprin·gen) flink敏捷に die Treppe auf und ab上に下に, waren lustig陽気な und guter Dinge楽しそう. Abends, als sie sich zu Tisch setzten, mußten drei Musik machen, eins strich den Baßをなでる(strei·chen), das andere die Geige, das dritte setzte die Trompete anを口に当てがう(an|set·zen) und blies die Backen aufほおを膨らませる(auf|bla·sen), so sehr es nur konnteできる限り. Als sie gegessen hatten, wurde der Tisch weggetragen運び去られた(tra·gen), und die Katze sagte: "Nun komm, Hans, und tanze mit mir!" - "Nein," antwortete er, "mit einer Miezekatze猫ちゃん tanze ich nicht, das habe ich noch niemals getan." - "So bringt ihn ins Bett!" sagte sie zu den Kätzchen. Da leuchteteを照らす ihm eins in seine Schlafkammer, eins zog ihm die Schuhe ausを脱がせる(aus|zie·hen), eins die Strümpfe靴下(Strumpf), und zuletzt blies eins das Licht aus(aus|bla·sen). Am andern Morgen kamen sie wieder und halfen(hel·fen) ihm aus dem Bett: Eins zog ihm die Strümpfe an(an|zie·hen), eins band ihm die Strumpfbänder, eins holte(ho·len) die Schuhe, eins wusch(wa·schen) ihn und eins trockneteふく(ab|trock·nen) ihm mit dem Schwanzしっぽ das Gesicht ab. "Das tut recht sanft,すごく柔らか" sagte Hans. Er mußte aber auch der Katze dienen und alle Tage Holz kleinmachen割る(klein|ma·chen); dazu kriegte er eine Axt von Silber銀の斧, und die Keile und Säge von Silberくさびと鋸, und der Schläger war von Kupfer. Nun, da machte er's klein, blieb da im Haus, hatte ein gutes Essen und Trinken, sah aber niemand als die bunte Katze und ihr Gesinde召使い.

Einmal sagte sie zu ihm: "Geh hin und mäheを刈る meine Wiese und mache das Gras trocken!" und gab ihm von Silber eine Sense大がま und von Gold einen Wetzstein砥石, hieß ihn aber auch alles wieder richtig abliefern引き渡す(ab|lie·fern). Da ging Hans hin und tat, was ihm geheißen ward nach vollbrachter Arbeit仕事が終わった後 trug er Sense, Wetzstein und Heu干し草 nach Haus und fragte, ob sie ihm noch nicht seinen Lohn geben wollte. "Nein," sagte die Katze, "du sollst mir noch einerleiもう一つの事(lei) tun, da ist Bauholz用材 von Silber, Zimmeraxt大工の斧, Winkeleisen曲尺 und was nötig ist必要なもの, alles von Silber, daraus baue mir erst ein kleines Häuschen!" Da baute Hans das Haus fertig und sagte, er hätte nun alles getan und hätte noch kein Pferd. Da waren ihm die sieben Jahre herumgegangen過ぎ去る(he·rum|ge·hen) wie ein halbesまるで半年のように. Fragte die Katze, ob er ihre Pferde sehen wollte? "Ja," sagte Hans. Da machte sie ihm das Häuschen auf, und wie sie die Türe so aufmachte, da stehen zwölf Pferde, ach! die waren gewesen ganz stolz誇らしげな, die hatten geblänktきらめく(glän·zen) und gespiegelt輝く(spie·geln), daß sich sein Herz im Leibe freute. Nun gab sie ihm zu essen und zu trinken und sprach: "Geh heim, dein Pferd gebe ich dir nicht mit.に.を持たせる(mit|ge·ben); in drei Tagen aber komm ich und bringe dir's nachあとから来る(nach|kom·men)."

Also machte Hans sich auf, und sie zeigte ihm den Weg zur Mühle. Sie hatte ihm aber nicht einmal ein neues Kleid gegeben, sondern er mußte sein altes lumpigesさもしい(lum·pig) Kittelchen behaltenままにしておく, das er mitgebracht hatte und das ihm in den sieben Jahren überallいたるところ zu kurz geworden war短くなっている. Wie er nun heimkam, so waren die beiden andern Müllerburschen粉挽見習 auch wieder da; jeder hatte zwar sein Pferd mitgebracht(mit|brin·gen), aber des einen seins war blind目が見えない, des andern seins lahm不自由な(手足). Sie fragten: "Hans, wo hast du dein Pferd?" - "In drei Tagen wird's nachkommen." Da lachten sie und sagten: "Ja, du Hans, wo willst du ein Pferd herkriegen, das wird was Rechtes sein!" Hans ging in die Stube, der Müller sagte aber, er sollte nicht an den Tisch kommen, er wäre so zerrissen und zerlumpt破れてボロボロ, man müßte sich schämen恥ずかしく思う, wenn jemand hereinkäme. Da gaben手渡す(aus|ge·ben) sie ihm ein bißchen Essen hinaus, und wie sie abends schlafen gingen, wollten ihm die zwei andern kein Bett geben, und er mußte endlich ins Gänseställchenガチョウ小屋(Stall) kriechenはって進む und sich auf ein wenig hartes Stroh legen. Am andern Morgen, wie er aufwacht, sind schon die drei Tage herum過ぎ去って, und es kommt eine Kutsche馬車 mit sechs Pferden, ei, die glänzten, daß es schön war, und ein Bedienter家来, der brachte noch ein siebentes7頭目の馬, das war für den armen Müllerbursch. Aus der Kutsche aber stieg eine prächtige華やかな Königstochter und ging in die Mühle hinein, und die Königstochter war das kleine bunte Kätzchen, dem der arme Hans sieben Jahre gedient(die·nen) hatte. Sie fragte den Müller, wo der Mahlbursch粉(Mahlen)職人, der Kleinknecht, wäre? Da sagte der Müller: "Den können wir nicht in die Mühle nehmen入れる, der ist so verrissenぼろぼろの服 und liegt im Gänsestall." Da sagte die Königstochter, sie sollten ihn gleich holen. Also holten sie ihn heraus, und er mußte sein Kittelchen zusammenpacken(zu·sam·men|pa·cken), um sich zu bedecken体を覆う. Da schnallte取り出す der Bediente prächtige Kleider aus und mußte ihn waschen und anziehen, und wie er fertig war, konnte kein Königこれほどの王はいない schöner aussehen.

Danach verlangte求める(ver·lan·gen) die Jungfrau die Pferde zu sehen, welcheどのような die andern Mahlburschen mitgebracht hatten, eins war blind, das andere lahm. Da ließ sie den Bedienten das siebente Pferd bringen; wie der Müller das sah, sprach er, so eins wär' ihm noch nicht auf den Hof gekommen. "Und das ist für den dritten Mahlbursch," sagte sie. "Da muß er die Mühle haben," sagte der Müller. Die Königstochter aber sprach, da wäre das Pferd, er sollte seine Mühle auch behalten手元におく; und nimmt ihren treuen誠実な(treu) Hans und setzt ihn in die Kutsche und fährt(fort|fah·ren) mit ihm fort. Sie fahren zuerst nach dem kleinen Häuschen, das er mit dem silbernen Werkzeug gebaut hat; da ist ein großes Schloß, und ist alles darin von Silber und Gold; und da hat sie ihn geheiratet, und war er reich, so reich, daß er für sein Lebtag genug hatte. Darum soll keiner sagen, daß wer albern愚かな ist, deshalb nichts Rechtes werden könne大成することはない.